Pushkar– Eine Stadt wie aus 1001 Nacht:

Nach unserer Tiger-Safari sind wir auf dem Weg nach Pushkar. Pushkar ist für Indien mit seinen „nur“ 200.000 Einwohnern eine Kleinstadt. Die Stadt ist jedoch das Ziel vieler Pilger die aufbrechen, um den heiligen See in Pushkar zu besuchen. In der Stadt liegt auch einer der wenigen, aber sehr begehrten Bramanen Tempel Indiens. Für Hindus ist die Stadt ein bedeutender religiöser Ort den jeder Gläubige einmal in seinem Leben besucht haben sollte.

Der Pushkar See

Wir sind jedoch aus einem anderen Grund hier. Einmal im Jahr verwandelt sich der kleine Ort in den größten Kamelmarkt der Welt: der Pushkar Camel Fair. Der Pushkar Kamelmarkt, der immer Ende Oktober/Anfang November stattfindet beginnt und wir wollen uns anschauen wie tausende Kamele und Pferde aus dem ganzen Land angeboten werden.

Sind wir zu früh? Immerhin sind wir bereits drei Tage bevor der Pushkar Kamelmarkt offiziell startet vor Ort. Eigentlich der beste Zeitpunkt, denn bereits eine Woche vor Beginn der Pushkar Camel Fair reisen die Händler mit Ihren Tieren aus ganz Indien an. Die beste Zeit um den wirklichen Kamelhandel zu erleben und die Stadt ist noch nicht ganz überfüllt mit Touristen. Im Laufe der Woche rückt der eigentliche Handel immer mehr in den Hintergrund und Attraktionen wie Schlangen-Bändiger und andere Showeinlagen rücken in den Fokus. Auch Mitmach-Attraktionen für Touristen sind mittlerweile auf der Camel Fair angekommen und so gibt es Wettbewerbe wie z.B. Rajasthan Wrestling – Einheimische gegen Touristen oder einen Preis für den besten Bart.  Wir sind also genau richtig und sehr neugierig auf das Spektakel! Pushkar Camel Fair, wir kommen!

Anreise nach Pushkar 

Pushkar ist mit dem Zug nicht direkt zu erreichen. Die nächste Zugstation ist Ajmer. Von hier aus ist das Taxi die beste Möglichkeit in das 10 Kilometer entfernte Pushkar zu kommen. Trotz eines jungen Inders der sich mit uns das Taxi teilt, sind unsere gemeinsamen Verhandlungsversuche fast nutzlos. Der Taxifahrer lacht uns aus und erwidert „It‘s Camel Fair“!  Ein Taxi von Ajmer nach Pushkar kostet das ganze Jahr über rund 300 Rupie (ca. 4€). Wir zahlen den Pushkar Camel Fair-Preis und sind mit 450 Rupie (ca. 6€) dabei. Ursprünglich wollte der Fahrer 600 Rupie haben.

Wenn du nicht von Delhi mit dem Zug anreist wäre Jaipur der nächste Flughafen um die Pushkar Camel Fair zu besuchen. Einfach auf Skyscanner einen Flug suchen und von Jaipur mit dem indischem Zug nach Ajmer.

Pushkar – Indien wie aus dem Bilderbuch

In Pushkar angekommen finden wir einen kleiner bezaubernden Ort, der uns nun endlich irgendwie daran erinnert, wie wir uns Indien vorgestellt haben: kleine Gassen mit bunten Geschäften und freundlichen Indern. Alles erscheint farbenfroh und für indische Verhältnisse sehr sauber. Die Menschen sind gut gelaunt, es ist schließlich eine der wichtigsten und ertragreichsten Wochen für alle hier.

Die letzten paar Meter zu unserer Unterkunft müssen wir laufen, die Straße ist für Autos gesperrt. Auf dem Weg werden wir von vielen Indern freundlich in der Stadt begrüßt und angelächelt, wir sind erstaunt und auch etwas misstrauisch, denn das haben wir so noch nicht in Indien erlebt. Es wirkt fast ein bisschen, als ob wir hier in Pushkar in einem „anderen Indien“ angekommen sind.

Bunte Gassen in Pushkar

Unser Hostel befindet sich in einer kleinen Seitengasse der Hauptstraße. Die Hauptstraße ist ein einziger Basar, das Angebot ist groß und einladend. Wir laufen fast an unserem Hostel vorbei, so fasziniert sind wir. Aber einer der Händler sieht uns anscheint an, wo wir hin möchten und winkt uns in die kleine Gasse neben seinem Geschäft. Wir sind überrascht, denn nachdem wir durch eine kleine Gasse gehen, sehen wir das *Moustache Hostel* mit seiner großen Grünflache. Das Hostel hat super Zimmer, schnelles Internet, genug Fläche zum Relaxen, eine gute Küche, eine perfekte Lage und sogar ein Fitnessraum. Für alle die mal nach Pushkar fahren, können wir das Hostel sehr empfehlen.

Herzlich Willkommen im Moustache Hostel

Pushkar Camel Fair (Pushkar Kamelmarkt)

Obwohl wir erst zu Beginn des Spektakels in Pushkar ankommen, ist die Stadt schon voll mit tausenden von Kamelen, Händlern, Verkaufsständen und ersten Schaulustigen. Ein paar hundert Meter vom eigentlichen Stadtzentrum entfernt startet die Pushkar Camel Fair. Einige Stände sind aus unserer Sicht wirklich skurril. Ein Stand der nur Schwerter verkauft, ein anderer hat nur Kamelleinen & Kamelschmuck und der nächste verkauft nur Turbanstoff

Kamel Schmuck
Schwert, Dolch oder Degen alles zu bekommen auf dem Camel fair

Das Beste? Der Kamelfrisör.

Stillhalten bitte!
Der Kamelfrisör hat viel zu tun auf dem Camel fair

Natürlich gibt es, auch auf der Pushkar Camel Fair, wie in ganz Indien viele hartnäckige Verkäufer die einem jedem Plunder verkaufen möchten. Wir sind also ständig dabei „no thanks“ zu sagen oder einfach jeden zu ignorieren. Nach wenigen Minuten haben wir einen kleinen gut gekleideten Jungen Inder an unserer Seite. Der 11-jährige Amar, spricht perfektes Englisch und ist auch noch ziemlich clever.

Unser junger Guide Amar

Sein Angebot: Ich zeige euch den ganzen Markt und alles was Ihr sehen möchtet. Wenn Ihr mit mir unterwegs seid werden euch die Verkäufer nicht ansprechen und Ihr könnt in Ruhe schauen. Unsere Familie hat hier ebenfalls einen Stand und am Ende unseres Spazierganges schaut Ihr ob Ihr etwas kaufen möchtet und gebt mir ein bisschen Trinkgeld. Keiner zwingt euch!“

Unterwegs mit Amar

Obwohl das eine gängige Masche ist, füllen wir uns angesprochen vom dem Kleinen und erkunden mit ihm den Markt. Er kennt sich sehr gut aus zeigt uns die wichtigsten Plätze auf der Camel Fair.

Auf unserer Tour sehen wir die unterschiedlichsten Kamele und bekommen die Antworten auf folgende und noch viel mehr Fragen: welche Kamele sind die Teuersten? Warum werden die wirklich guten Geschäfte früh morgens oder abends gemacht? Was kostet ein günstiges junges Kamel? Wo ist der Unterschied zwischen einem 300 € und einem 30.000 € Kamel? Der kleine Amar erklärt uns geduldig und ausgiebig alles was wir wissen möchten.  

Nach circa 1,5 Stunden schauen wir auf dem Rückweg wie verabredet beim Stand seiner Familie vorbei. Die Preise sind natürlich wie vermutet stark überteuert. Obwohl uns keiner zwingt, kaufen wir einen kleinen Stein-Elefanten und handeln den Preis um 80% herunter. Amar begleitet uns noch ein Stück, wir bedanken uns mit einem kleinen Trinkgeld.

Als es langsam dunkel wird bekommst der ganze Platz eine mystische und sehr gemütliche Atmosphäre. Bei klarem Sternenhimmel sitzen Männer mit Turbanen gemütlich an Ihren Lagerfeuern und genießen das gute Gespräch. Während überall Musik zu hören ist wird vereinzelnd getanzt. Langsam ziehen sich die vielen Touristen zurück und überlassen den Händlern und Einheimischen den Platz.

Es wird Nacht in Pushkar

Mit dem Kamel-Taxi über die Pushkar Camel Fair

Am nächsten Tag entscheiden wir uns den Markt nicht direkt auf, aber mit einem Kamel zu entdecken und buchen uns eine einstündige Fahrt mit dem Kameltaxi für 400 Rupie (ca. 5 €). Wir sitzen auf einer Art Anhänger mit Aufbau aus bunten Stoffen und Tüll – ein bisschen wie in einem Märchen aus 1001 Nacht, wir genießen die Fahrt.

Kameltaxi

Vorbei an dem Trubel, Wüste und Kamelen, beobachte wir viele spannende Dinge, lauschen dem Schreien der Kamele und den Klängen der Musiker.

Zwischendurch lassen wir uns für ein paar Rupie als Prinzessin und Maharaja verkleiden. Mit Schleier, Schwert und Turban posieren wir vor unserem Kamel und machen viele Fotos und Videos. Plötzlich sind wir die Attraktion und die Einheimischen möchten Fotos von und mit uns machen. Ein riesen Spaß für alle. Wir lachen dabei sehr, weil wir beide mehr als bescheuert aussehen.

Hättet Ihr uns erkannt?

Eine Tour mit einem Kameltaxi können wir empfehlen ein witziger Ausflug der sich lohnt. Überhaupt lohnt es sich die Camel Fair und Pushkar zu besuchen. Ein tolles Erlebnis was ein bisschen an 1001 und eine Nacht erinnert, wir warten eigentlich nur noch darauf, dass Aladin mit seinem Teppich vorbei fliegt…

Wir verbringen den Tag noch in der Stadt und relaxen anschließend ein wenig in unserem *coolen Hostel*. Seit einigen Tagen haben wir die Abenteuer von *Sherlock Holmes und Dr. Watson* für uns entdeckt, mit 2-3 Hörbüchern, vergeht die Zeit wie im Flug.  Um 23:30 Uhr nehmen wir uns ein Taxi zum Bahnhof nach Ajmer, es geht wieder mit dem Nachtzug zurück nach Delhi, um von dort weiter nach Hongkong zu fliegen.

Das Ende unser Indien Reise

Unser Zeit in Indien geht damit dem Ende zu. Irgendwie sind wir beide froh, Indien zu verlassen.

Indien war anders, als wir uns vorgestellt haben. Sabrina hatte ein buntes Indien wie in 1001 Nacht im Kopf. Leider haben wir das aber kaum finden können. Es gab immer mal wieder kleine Momente, Orte, Erlebnisse die einen Hauch davon versprühten, aber das war es leider auch.

Wir haben schnell die Erfahrung gemacht, dass kaum einer einem ehrlich ohne Gegenleistung hilft, dass man drängeln muss um nicht morgen noch anzustehen, das unser gutes Benehmen hier keinen wirklich interessiert oder anders definiert ist und dass die Luft wirklich so schlecht ist wie berichtet wird. Viel Müll, Dreck und Gestank konnten wir in Indiens finden. Vielleicht ist es in anderen Teilen Indien anders, aber für uns steht fest, Indien steht nicht mehr oben auf unserer Reiseliste. Aber auch solche Erfahrungen muss man machen und wir sind beide froh hier gewesen zu sein.

Wichtigster Begleiter neben unser Kamera waren definitiv unsere Tücher dir wir mehr als häufig als Schutz vor Staub und Dreck genutzt haben. Hier findest du eine große Auswahl an *Buff-Tüchern*, wir können die Marke sehr empfehlen…

 

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